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Workflow Solid Edge · Fortgeschritten · Debug · Registry

Solid Edge: Debug-Logging über die Registry aktivieren

Was ist das – und was nicht?

Bei einem Abort legt Solid Edge ohnehin oft Dateien wie crashlogf.txt und crashlogf.dmp unter %TEMP% ab – das ist der von Siemens kommunizierte Weg für Support-Fälle. Zusätzlich gibt es unter dem Registry-Zweig DEBUG\LOGGING\SYSTEM Schalter für fortlaufendes Debug-Logging.

Öffentliche Hilfe oder Community-Beiträge zu genau diesen Keys (LOG_FILENAME, LOG_TO_FILE, LOG_NOMSGBOX …) sind praktisch nicht zu finden. Der Zweig wirkt wie ein interner Siemens-Schalter: Wer ihn kennt und die Werte setzt, bekommt nach dem Neustart ein sichtbares DEBUG-info-Fenster.

Die Screenshots stammen aus Solid Edge 2026 ((Registry: Version 226). Bei älteren Versionen heißt der Ordner Version 22x bzw. früher Unigraphics Solutions\… – der DEBUG\LOGGING-Zweig ist analog zu suchen.

Registry-Pfad öffnen

  1. Win+Rregedit → Enter.
  2. Navigiert zu:
    HKEY_CURRENT_USER\Software\Siemens\Solid Edge\Version 226\DEBUG\LOGGING\SYSTEM
    226 steht für Solid Edge 2026 – bei euch die passende Versionsnummer wählen.
  3. Fehlt der Zweig komplett: Solid Edge mindestens einmal gestartet haben. Manche Keys legt die Installation erst bei Bedarf an.
Unter DEBUG\LOGGING\SYSTEM liegen die LOG_*-Schalter und LOG_FILENAME. Klicken zum Vergrößern

Welche Werte setzen?

Die blauen Einträge sind typischerweise REG_DWORD. Zum Aktivieren: Doppelklick → Wert 1 (hex 0x1). 0 = aus.

Im Screenshot (SE 2026) u. a.:

  • LOG_FILENAME (REG_SZ) – Zielpfad, z. B. C:\TEMP\sedebug.txt (kein 0/1, sondern Pfad)
  • LOG_LEVEL – Detailstufe (im Beispiel bereits 1)
  • LOG_NODBGBREAK – Debugger-Breaks unterdrücken
  • LOG_NOMSGBOX – keine zusätzlichen Messageboxen
  • LOG_TO_CONSOLE – Ausgabe in die Konsole / DEBUG-info-Fenster
  • LOG_TO_DBGWND – Debug-Fenster
  • LOG_TO_FILE – Schreiben in die Datei unter LOG_FILENAME
  • LOG_TO_PKJOURNAL – Journal-Ausgabe

Praxis: Alle LOG_*-DWORDs, die ihr aktiv nutzen wollt, auf 1 setzen. Für Live-Anzeige im CMD-Fenster ist vor allem LOG_TO_CONSOLE=1 entscheidend; für eine Datei zusätzlich LOG_TO_FILE=1 und einen gültigen Ordner in LOG_FILENAME (z. B. C:\TEMP\ muss existieren).

Neustart: Fenster „DEBUG info“

Solid Edge komplett beenden und neu starten. Sobald das Logging greift, öffnet sich ein zusätzliches Fenster – im Test ein dunkles CMD-Fenster mit Titel DEBUG info.

Nach dem Neustart: Live-Log im Fenster DEBUG info neben Solid Edge. Klicken zum Vergrößern

Im Protokoll tauchen u. a. auf:

  • CmdExe – ausgeführte Befehle (z. B. Auswählen)
  • DocCtor / DocLoad / DocCre – Dokumente erzeugen und laden
  • DocChg – Wechsel zwischen Dokumenten (Part ↔ Assembly)
  • EnvChg – Environment-Wechsel (z. B. Part → Assembly)
  • Zeitstempel und interne Handles – hilfreich für Support/Reproduktion

Das ist kein Ersatz für die Display-Konsole (Shift+Strg+1), sondern ein anderer Kanal: hier Session-/Befehlslogging, dort Grafik-Diagnose.

Abgrenzung zum normalen Crashlog

Kanal Wann Wo
Automatisches Crashlog Bei Abort / Absturz %TEMP%crashlogf.txt, .dmp, oft cmdlog…
SESysInfo Manuell starten SESysInfo.exe im Solid-Edge-Programmordner
Registry DEBUG\LOGGING Dauerhaft nach Aktivierung CMD DEBUG info + optional sedebug.txt

Für einen GTAC-/Reseller-Fall bleiben crashlogf.* und SESysInfo die Standardbeilage. Das Registry-Logging hilft zusätzlich, wenn ihr einen Ablauf vor dem Absturz lückenlos mitprotokollieren wollt.

Wieder abschalten

  1. Solid Edge beenden.
  2. In der Registry die gesetzten LOG_*-DWORDs wieder auf 0 setzen.
  3. Solid Edge starten – das DEBUG-info-Fenster sollte ausbleiben.

Kurz-Checkliste

  1. regedit…\DEBUG\LOGGING\SYSTEM
  2. LOG_*-DWORDs auf 1 (LOG_FILENAME = gültiger Pfad)
  3. Solid Edge neu starten
  4. Fenster DEBUG info beobachten / optional Logdatei prüfen
  5. Danach Logging wieder deaktivieren